Gastbeitrag: Dr. Gabriela von Goerne – Ist geologische Offshore Speicherung akzeptabler als Onshore-Speicherung?

2. November 2010

Im Grunde macht es geologisch gesehen keinen Unterschied, ob eine für die CO2-Speicherung geeignete Struktur an Land oder unter dem Meer liegt. Wird ein Speicher sorgfältig untersucht und ausgewählt, betrieben und überwacht, wird ein Leckagerisiko (von CO2 oder salzhaltigen Wässern) als sehr gering eingeschätzt. Auch wenn demnach die Risiken gering sind, beschleicht uns möglicherweise dennoch ein leichtes Unbehagen bei der Vorstellung, Millionen Tonnen Kohlendioxids in mehr als 800 Metern Tiefe unter unseren Füßen zu lagern.

Ist es da nicht besser, das CO2 weit weg in geologische Formationen unter der Nordsee zu verpressen? Meine Antwort wäre: Nein. Wenn wir CCS als Klimaschutzoption testen wollen, ist es verantwortungsvoller, CO2 in geologischen Formationen an Land zu speichern. Gründe hierfür sind dabei nicht die höheren Kosten für Pipelinebau und Bohrungen im Offshore- Bereich, sondern kürzere Wege und direkter Zugang zu Injektions- und Überwachungsbohrungen. Das gewährleistet bessere Inspektionsmöglichkeiten für höhere Sicherheit.

Speichermöglichkeiten in leeren Erdgasfeldern und salzwasserführenden Gesteinsformationen  sind auf dem deutschen Festland vorhanden. Sie finden sich überwiegend in Nord-Deutschland und sind in ihrer Kapazität begrenzt. Man sollte deshalb sinnvoll mit ihnen umgehen, auch vor dem Hintergrund, dass in diesen Formationen nicht nur CO2 sondern auch Erdgas gespeichert oder Geothermie betrieben werden könnte.

Mag sein, dass die Speicherung von CO2 an Land bei der Frage öffentlicher Akzeptanz der schwierigere Weg ist. Er ist aber auch der konsequentere, wenn von CCS als Brückentechnologie die Rede sein soll.

Dr. Gabriela von Goerne, CCS-Expertin

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Neue Online-Diskussionsrunde zur CO2-Speicherung

29. Oktober 2010

CO2-Speicherung in geologischen Formationen unter dem Meer – sagen Sie uns Ihre Meinung!

In der kontroversen Diskussion um CCS geht es vor allem um die Speicherung und den Transport des abgeschiedenen Kohlendioxids.

Die Akzeptanz möglicher CO2-Speicherstätten ist in den betroffenen Regionen stark gesunken. Bringt eine geologische Offshore-Speicherung in geologischen Formationen unter dem Meer die Lösung? Würde sie eher akzeptiert als eine Speicherung unter bewohntem Land (onshore)? Germanwatch fragt Experten, unter anderem Dr. Gabriela von Goerne (Diplom-Geologin, CCS-Expertin), Marius Gjerset (Zero Emission Resource Organisation) und Dr. Johannes Peter Gerling (Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe), nach ihrer Meinung zu möglichem Speichervolumen, Sicherheit und Dauerhaftigkeit der Speicherung sowie nicht zuletzt auch den zu erwartenden Kosten.

Im vergangenen Jahr fand an dieser Stelle eine generelle Diskussion zur Nutzung von CCS statt. Wir laden Sie herzlich ein, in diesem Jahr vor allem die Frage nach den Chancen und Grenzen der CO2-Speicherung zu diskutieren. Vom 2. bis 4. November werden kontinuierlich Beiträge eingestellt, die Sie kommentieren können oder zu denen Sie Fragen stellen können.

Klicken Sie rein, wir freuen uns auf Sie!

Manfred Treber, Klimareferent/Germanwatch

PS: Wir bitten um Ihr Verständnis, dass Ihre Kommentare redaktionell freigeschaltet werden. Dies ist lediglich vom 2.-4. November möglich.