Gastbeitrag: Marius Gjerset – Außenansicht aus Norwegen

Meine Außensicht auf die Diskussion in Deutschland ist, dass die Opposition gegen CCS in Deutschland bzw. die Speicherung von CO2 von mehreren Faktoren geprägt wird: Eine Mischung aus politischer und öffentlicher Sicht, dass die Erneuerbaren Energien die Lösung sind, dass CCS zu sehr mit Kohle verbunden ist und durch die großen Kohleerzeuger beworben wird und dass CCS keine richtige Lösung bietet, um die Klimakrise zu lösen. Hinzu kommen Ängste und mangelndes Vertrauen bezüglich der Sicherheit der Speicherung, die sehr oft auch in der lokalen Debatte mit der „Endlager“-Diskussion für Nuklearabfälle verknüpft werden.

Meinungsumfragen zeigen jedoch, dass das Wissen um die CCS-Technologie noch gering ist, und die Debatte durch lokale Gruppen und kritische Medien geprägt wird. Insbesondere lokale Gruppen fürchten die Sicherheit bei einer Lagerung von CO2 unter ihren Häusern.

Die Offshore-Speicherung ist meiner Meinung nach jedoch in Deutschland noch nicht tiefgreifend diskutiert worden. Dennoch denke ich aufgrund der Analyse der heutigen Opposition zu CCS, dass die Gegner der Onshore-Speicherung gleichwohl auch gegen eine Offshore-Speicherung sein werden. Und zwar vor allem aus dem zuvor genannten Grund, dass CCS mit der Ausweitung Erneuerbarer Energien in Konflikt steht.

Allerdings wird die Opposition hier vermutlich kleiner ausfallen, weil Anwohner nicht direkt betroffen wären, und die Diskussion hierzu könnte weniger Gewicht bekommen.

In der Frage um den Transport des CO2 zur Offshore-Speicherung könnte es hingegen zu einer ähnlichen Opposition kommen. Denn schließlich müssten Pipelines über das Land gebaut werden. Dies würde ebenfalls zu höheren Kosten für diese Option führen.

Marius Gjerset, ZERO, Norwegen.

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One Response to Gastbeitrag: Marius Gjerset – Außenansicht aus Norwegen

  1. Heino Wittor sagt:

    – Und das Methan?-

    Es muß verwundern, dass die Diskussion biologische Lösungen nicht erwägt. Völlig unterschätzt wird die Bedeutung des Methans, dessen Klimawirksamkeit 58 mal
    intensiver ist als die des CO2. Mit dem weiteren Abtauen der Permafrost-Böden in den Gebirgen und in der Arktis/ Antarktis einschließlich der Schelfeis-Regionen werden 40.000 Milliarden Tonnen ( ! )Methan
    freigesetzt, so der Bericht der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages “ Schutz der Erde“ aus dem Jahr 1993 unter Federführung Wolfgang Schmidbauers.

    M. f. G.

    Heino Wittor, Deutschland

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