Abschlusskommentar von Tina Löffelsend (BUND)

Die Skepsis gegenüber CCS ist weit verbreitet. Das spiegelt sich auch in vielen, wenn nicht sogar den meisten Kommentaren in diesem Forum wider.

In den Regionen, wo die potentiellen CO2 –Lagerstätten liegen sollen – in Ost-Brandenburg und im Norden Deutschlands – schlagen die Protestwellen der Bürgerinnen und Bürger hoch. Deshalb konnte das CCS-Gesetz, das den großtechnischen Einsatz der unerprobten Technologie ermöglicht hätte, vorerst gestoppt werden, aber eben nur vorerst.

Energiekonzerne, Wissenschaft und Politik können die Fragen der Anwohner nicht klären: Wie verhält sich das CO2  über so lange Zeiträume im Untergrund, welche Auswirkungen hat die Verpressung auf das Grundwasser? Kann ein plötzliches Entweichen ausgeschlossen werden? etc. Das Desaster um das Atommülllager Asse macht das Versprechen auf CO2-Lagerstätten in der Bevölkerung nicht attraktiver. Die politische und die reale Durchsetzbarkeit der CCS- Technologie wirkt vor dieser Kulisse zumindest schwierig.

Mit CCS werden große Versprechen verbunden, ob sie je eingelöst werden können, weiß niemand. Wenn ein Kohlekraftwerk heute „CCS ready“ gebaut wird, heißt das nur, dass eine Fläche ausgewiesen wird, auf der einmal eine CCS-Anlage stehen könnte, nicht aber, dass Kohlekraftwerke tatsächlich nachrüstbar sein müssen.

Der sorgfältige Umgang mit Steuergeldern würde gebieten, dass die verantwortlichen Politiker diese Unwägbarkeiten berücksichtigen. Stattdessen werden nicht nur Milliarden an CCS-Subventionen vergeben, sondern sollten auch – wie es die Kohle-Lobby diktiert hatte – alle langfristigen finanziellen Risiken auf die Allgemeinheit abgewälzt werden. Das ist im Interesse der Konzerne, aber nicht im Interesse der Bevölkerung. Effektiver Klimaschutz ist dagegen Politik, die allen nützt – und zweifelsfrei auch dem Klima.

Advertisements

Kommentare sind geschlossen.

%d Bloggern gefällt das: